Kanada 2

Nach sechs Tagen erhalte ich endlich das negative Testergebnis von der Einreise und darf mich damit frei bewegen. Ich bin nicht mehr an die häusliche Quarantäne gebunden. Viel unternehmen können wir allerdings nicht, da in Quebec, der Provinz von Kanada, in der ich mich derzeit befinde, alles geschlossen ist. Um die Verbreitung von Omicron zu verlangsamen sind die Restaurants und Museen geschlossen, Theater und Konzerte sind nicht erlaubt und ab 22:00 Uhr muss man zu Hause sein. In anderen Provinzen Kanadas ist es ähnlich. Aber draußen darf man sich aufhalten und die Skigebiete sind offen. Allerdings ist mir Ski fahren bei – 28 Grad zu kalt. Da bin ich dann doch lieber auf der Couch, oder tobe mit den Hunden kurz durch den Schnee und wärme mich dann schnell im Haus vor dem Kamin wieder auf. So gibt es viel Zeit für Kathy und ihre Familie.

Wir fahren gemeinsam mit der Familie nach Ottawa (Kanadas Hauptstadt) und besuchen den Friedhof. Es ist der Jahrestag von Grandpa Toms Tod und so fahren wir zum Gedenken dort hin. Grandpa Tom war in der Armee, sein Stein steht auf dem Platz für alle Angehörigen der kanadischen Streitkräfte. Alles schön in Reih und Glied und mit einem Panzer gekennzeichnet. Ein aufgestellter Panzer und Artillerie auf einem Friedhof erscheinen mir verwunderlich, aber ich bin die Einzige, die das merkwürdig findet.

Der Friedhof ist riesig und so kann man mit dem Auto zu den gewünschten Arealen fahren. Es gibt verschiedene Bereiche, in denen Steine mit chinesischen, koreanischen oder arabischen Inschriften stehen und noch viele weitere Sprachen und Kulturen lassen sich finden. Mir gefällt dieses Nebeneinander. Aber für mich ist es ein ungewohntes Gefühl, mit dem Auto so lange zwischen den Grabsteinen herumzufahren.

Wieder zu Hause, wird mir die Urne mit Grandpa Toms Asche gezeigt. Perplex stelle ich fest, dass der Stein auf dem Friedhof ein Gedenkstein ist und dort nicht zwangsläufig der Tote zu liegen hat. Die Asche kann in einer versiegelten Urne von den Angehörigen dorthin gestellt werden, wo sie das möchten, oder der Verstorbene es wünschte. Grandpa Tom wollte dort sein, wo das Leben ist und so steht er im Wohnzimmer auf dem Regal.

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