Italien Rom

Wir fahren von Civitavecchia aus über den Lago di Bracciano nach Rom. Irgendwie haben wir erwartet, dass die ewige Stadt von überall weithin sichtbar ist und mit dem üblichen Hochhausdschungel auf sich aufmerksam macht. Dem ist nicht so. Wir fahren durch grüne Felder und Wiesen, von einer großen Stadt in der Nähe ist Nichts zu sehen und zu spüren. Irgendwann sind wir nicht so sicher wo es langgeht, da kommt ein Reiter und weist uns den Weg. Ob wir nach Rom wollen, fragt er mit Blick auf die dicken Räder. Dann weist er den Trampelpfad entlang und versichert uns, dass wir da entlang in Rom ankommen.

Tatsächlich kommen wir in Rom an und treffen uns mit Kathy und Anna. Kathy ist aus Kanada gekommen und trifft sich in Europa mit ihrer Freundin Anna, die aus Malaysia angereist ist. Zu viert verbringen wir die Tage in Rom.

Rom ist viel entspannter als wir gedacht hatten. Es gibt kaum Hochhäuser und so fällt Licht und Sonne in die Straßen. Allerdings ist Rom natürlich auch ein Touristenmagnet und so ist es an den vielen Attraktionen und Hauptsehenswürdigkeiten entsprechend voll. In den Petersdom gehen wir gar nicht erst rein, weil die Schlange dafür einmal um den Petersplatz reicht. Die Sixtinische Kapelle kann ohnehin nur mit Ticket besucht werden, das man vorher buchen muss und so ist es auch mit vielen anderen Museen und Kirchen.

Wir lassen uns treiben und suchen Stadtviertel, die nicht so voll sind. Wir landen in Ostiense, einem ehemaligen Arbeiterviertel und schlendern durch die Straßen und freuen uns über die kleinen Läden, die es hier gibt. In einem alten Kraftwerk werden römische Skulpturen ausgestellt, die zum Teil beim Bau der Insustrieanlagen dort gefunden wurden. Die Mischung ist faszinierend, die alten, schwarzen Kraftwerksmaschinen mit den marmornen Skulpturen davor erinnern uns an die Orte der Industriekultur im Ruhrgebiet, wo ja ebenfalls neue Verwendungen für die alten Fabriken gefunden werden müssen.

Wir treffen uns auch mit Frank, einem unserer Mitschüler aus dem Italienischkurs in Siracusa. Er ist Amerikaner und arbeitet in Rom. Mit ihm und seiner Frau verbringen wir einen tollen Abend mit Apperitivo, Pizza und Eis.

Ein weiteres Museum, das man noch einfach so, spontan und ohne Voranmeldung besuchen kann ist das Maxxi. In einem Gebäude der Architektin Zaha Hadid werden moderne Kunst und Architektur präsentiert. Das Gebäude an sich ist schon beeindruckend, verschachtelt wirkende Treppen und Gänge, die aber gleichzeitig viel Luft und Raum lassen. Eine der Ausstellungen befasst sich mit Architektinnen und den Belangen von Frauen und wie, bzw. ob sie im öffentlichen Raum Beachtung finden. Finden wir total spannend, denn, obwohl wir von uns denken, dass wir nicht ganz unreflektiert durch die Welt stolpern, lernen wir Dinge, die wir vorher so nicht auf dem Schirm hatten, wie etwa die mangelnde Präsenz von öffentlichen Toiletten und wie sie insbesondere auf die Belange von Frauen (nicht) eingerichtet sind.

Rom wäre nicht komplett, wenn wir uns nicht auch mit der Vespa befasst hätten. Wir mieten zwar keine, um damit durch die Straßen zu fegen, aber im Vespa-Museum schauen wir uns ein paar alte Schätzchen an. Das Vespa-Museum ist hauptsächlich ein Verleih von Vespen und Rädern. Im Keller des Gebäudes sind ein paar alte Modelle ausgestellt. Im Netz findet Ben eine Revision, in der sich jemand beschwert, dass es kein Museum sei, sondern eine private Sammlung. Das finden wir witzig, sind doch viele Museen private Sammlungen im Ursprung gewesen.

Wir verlassen Rom und radeln…. Ja, wohin nun eigentlich? Am Tiberradweg entlang wollen wir aus der Stadt rausfahren, Richtung Norden. Allerdings kann man den RADweg in der Stadt nur über Treppen erreichen. Rom ist voller Wunder!

3 Kommentare zu „Italien Rom

  1. Rom – ein Sehnsuchtsort. Ich war schon zweimal dort und meine Erinnerungen an diese wunderbare Stadt kommen zurück, wenn ich eure Bilder sehe. Ihr habt euch sicher eine gute Zeit ausgesucht. Im Hochsommer ist es mit Temperaturen über 35°C einfach zu heiß.

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