Frankreich 2

Immer wieder kommen wir an Stellen, an denen uns ganze Duftwolken berauschen. Flieder, Oleander, Thymian, Glyzinien …. Wir wissen gar nicht genau, was uns da alles in die Nase kommt. Das Meiste ist angenehm und zwischendurch fragen wir uns, ob extra für die Radfahrenden ein Duftweg angelegt wurde. Dem ist nicht so, das sind nur die ganz gewöhnlichen Gerüche und Düfte der Provence.

Natürlich kommen wir auch an unzähligen Weinbergen vorbei. Die liegen pittoresk in der Sonne und geben ein sehr schönes und idyllisches Bild ab. Zumindest solange, bis wir dann mit dem Arbeitsalltag am Weinberg konfrontiert werden. Da wird irgendetwas auf die Reben gespritzt und ganz harmlos scheint das nicht zu sein, denn der Fahrer des Gefährts trägt Schutzanzug und schaltet sofort die Sprühvorrichtung aus, als wir uns nähern. Nun ja, Weinbau ist eben auch ein Geschäft. Die Fahrzeuge, die im Weinbau eingesetzt werden ähneln den Kampffahrzeugen aus Star Wars. zumindest erscheint es uns so, als hätte George Lucas einige Ideen im Weinbau bekommen.

Das Wetter ist prima und nicht nur der Radweg ist gut ausgebaut, auch die Campingplätze sind es. So zelten wir wieder und freuen uns über unser tägliches Obstfrühstück und das Kochen auf dem kleinen Campingkocher.

Wenn man die Rhône Richtung Norden fährt, dann kommt man an Arles vorbei. Das ist einigen bekannt, weil Vincent Van Gogh und Paul Gaugin hier einige Zeit gelebt und gemalt haben. Die Brücke, die auf diversen Bildern von Van Gogh zu sehen ist, steht heute noch. Wir fahren daran vorbei und es fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise. Ob vor vielen Jahren, als hier gemalt wurde auch die Dorfjugend ins Wasser sprang? Uns gefällt das jedenfalls besser als die alte Brücke, und die finden wir schon ziemlich gut.

Etwas weiter kommen wir zur nächsten berühmten Brücke: der Brücke von Avignon. Das Verrückte daran ist, dass es streng genommen keine Brücke mehr ist, sondern nur noch ein Stumpf. Man kommt nicht ans andere Ufer, sondern kann in die Mitte der Rhône fallen. Jedenfalls dann, wenn man den Eintritt berappt, um auf eine halbe Brücke zu gehen. Das machen wir nicht, wir investieren unser Geld lieber in Eis und Kaffee (das wundert wahrscheinlich Keinen mehr). Als ehemalige Papststadt hat Avignon auch einiges an Kunstschätzen, Palästen und Sakralkunst zu bieten. Wir sind noch zu gesättigt von Stadt- und Kunstschätzen, deshalb bleibt es beim Kaffee und Avignon beeindruckt uns nur mit seiner schönen Kulisse.

Lyon ist der nächste große Stadtstopp für uns. Hier bleiben wir einen ganzen Tag, um einen kleinen Einblick in die Stadt zu bekommen. Wir kennen Lyon nur von früheren Autobahndurchfahrten, da die Autobahn direkt am Fluss entlang direkt durch die Stadt führt, was für die Menschen, die hier wohnen, ziemlich blöd sein muss. Aber es muss doch noch mehr geben… . Wir erleben eine Stadt, in der es sehr viele Räder und Radwege gibt. Das beeindruckt uns am allermeisten. Breite Radstraßen, die gut ausgeschildert sind und Autofahrer, die entspannt auf Räder reagieren. Was bei uns die Schuhgeschäfte, scheinen hier die Radläden zu sein. Es gibt eine Menge und wir haben keine Schwierigkeiten eine Werkstatt zu finden, die mal eben die Schaltung von Bens Rad wieder richtig einstellt. Bei einer Free-walking-Tour erfahren wir mehr über die Stadt, bekommen Tipps für Bars und Restaurants und lernen Andi und Carina kennen, die ebenfalls mit dem Rad unterwegs sind. Wir genießen gemeinsam Gaumenfreuden des Markts auf der Flussmauer.

Aus Lyon kommt der Übervater der französischen Küche: Paul Bocuse. Die Markthallen tragen seinen Namen und vom innen sieht es auch nicht so aus, wie wir das von einer normalen Markthalle erwartet haben. Es gibt edle Stände, alles ist wunderschön ausgestellt und angerichtet. Es sieht eher so aus, als sollten wir ein paar Juwelen kaufen und nicht gerade Käse.

4 Kommentare zu „Frankreich 2

  1. 🎶 Sur le pont d’Avignon, on y danse, on y danse. Sur le pont d’Avignon, on y danse toute une ronde. 🎶 Wie schön! Jetzt seid Ihr auch noch auf den Spuren eines meiner Lieblingsmaler, Paul Gauguin, unterwegs!

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  2. Lyon hat sich toll entwickelt. Als wir das erste mal dort waren war Kathrin 5 Jahre alt und im Baedeker stand Lyon habe den schönsten Marktplatz der Welt. ( Großer Reinfall) . Ihr habt es nun besser erlebt. Toll Toll

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