Frankreich 3

Nach Lyon sind wir nun an den Ufern der Loire unterwegs. Zuerst ist die Loire ein kleiner und sehr flacher Fluss, damit trotzdem Schiffe fahren können, gibt es entlang des Flusslaufs einen Kanal. Der Kanal führt stellenweise über (ja, über!) die Loire. Dann gibt es eine echte Wasserwegekreuzung.

Wir fahren so vor uns hin, und oft müssen wir durch weiße Pollen fahren, die wie Schneeflocken durch die Gegend wirbeln. Alles ist weiß. Es wird sehr unangenehm mit diesen Flocken in Mund, Nase und Augen. Gut, dass wir mit Mund-Nasen-Schutz ausgerüstet sind. In Frankreich ist die Maskenpflicht fast überall aufgehoben, aber gut finden wir die Masken nach wie vor, so können wir durch dieses Pollen-Schneetrieben einigermaßen unbeschadet hindurchsausen. Wenn im Schatten der Bäume die weißen Pollenflocken an den getönten Sonnenbrillengläsern vorbeiflitzen, sieht es aus, als seien wir auf der Brücke der Enterprise mit Warp 5 unterwegs.

Es gibt nicht nur weiße Pollen entlang des Weges, sondern auch viele Obstplantagen. Jetzt sind die Kirschen reif und die Bäume sehen sehr einladend aus. Es ist aber nicht erlaubt, die Kirschen zu ernten. Überall weisen Schilder darauf hin dass es verboten ist, die Kirschen zu ernten. Schade! Sie sehen zu lecker und einladend aus.

Nicht nur schöne, kleine Dörfer sehen wir entlang der Loire. Wie auch schon an der Rhône wird das Wasser des Flusses dazu genutzt, den Kühlkreislauf der Atomkraftwerke mit Wasser zu versorgen. Immer wieder kommen wir an diesen riesigen Türmen vorbei. Der Zutritt auf das Gelände ist strikt untersagt (klar) und mit viel Stacheldraht gesichert. Das sieht recht gefährlich aus und abschreckend, was es ja auch sein soll, trotzdem schafft es Bosch, uns auf einen Parkplatz und hinter ein paar Gebäude zu lotsen. Da kommt auch schnell ein Sicherheitsmann angelaufen und will wissen was wir hier wollen. Er gibt sich damit zufrieden, dass unser Navigationssystem die neusten Zäune nicht auf dem Schirm hat und lässt uns ziehen.

Es sind so viele RadfahrerInnen unterwegs. Es ist schön sich auszutauschen und nett zu plauschen. Unser Französisch wird dabei ganz schön gefordert und die Geduld unserer GesprächspartnerInnen auch. Es kommt zu vielen kleinen und großen Begegnungen, die uns Energie für die Strecke geben. Mehr als jede Zimtschnecken, meint Kathrin.

6 Kommentare zu „Frankreich 3

  1. Na ja, Ben, die Atomkraftwerke Frankreichs kennst du dann ja. Gravelines, erinnerst du dich? Viel Spaß weiterhin! Ich fahre heute Nacht nach Angleterre. A bien tot! 👋🏼

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  2. Das ist alles so très français et bien connue!!!
    Wir hoffen im Juli auch wieder in unserem geliebten Gers (Gascogne) zu sein, wenn mein neues Knie bis dahin wieder fit ist! Die französische Pâtisserie ist so wahnsinnig, da wird Katrin auch kurzfristig ohne Zimtschnecken auskommen… obwohl…!!!
    Egal.. wichtich iss…
    igSaR

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  3. Eure Etappe weckt bei mir Erinnerungen an vergangene Zeiten, längs der Loire, in verträumten kleinen Dörfern und mit Besuchen der beeindruckenden Schlösser Amboise, Chambord, Blois und Chenonceau.. genießt den Frühling dort! 🙂 Liebe Grüße vom Ostenberg

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  4. Ihr beiden habt (genau wie Tina und ich) die Gabe und die Lust, aus kleinen einfach große Abenteuer zu machen
    oder aus gar keinen zumindest kleine Abenteuerchen ! Und die Gebiete, die immer rein „zufällig“ vor Euren Vorderrädern auftauchen, sind ja auch ideal dafür. Nur bei den Kirschen, die nicht gepflückt werden dürfen,
    müsst Ihr höllisch aufpassen: wenn es BELLADONNAS sind, ist man schnell für immer abhängig !!😉

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