Montenegro 2

In Bar angekommen, versuchen wir uns über das Land und die Fahrradgegebenheiten schlau zu machen. Unser Plan ist es, von Bar nach Dubrovnik zu radeln und dort mit der Fähre nach Bari, Italien überzusetzen. Im Buchladen bekommen wir nur eine Straßenkarte im Maßstab 1:235.000. Das ist nicht sehr detailliert. Fahrradwege sind gar nicht zu sehen, was wir allerdings sehen sind sehr hohe Berge. Wir haben keine Ahnung welche Route wir nach Dubrovnik nehmen sollen, gehen aber davon aus, dass die Straße entlang der Küste die mit den wenigsten Steigungen sein wird.

Nach einer Nacht in Bar machen wir uns auf den Weg und werden von jemandem auf der Straße angesprochen. Er will wissen wo wir herkommen und als wir uns als Deutsche zu erkennen geben wünscht er uns einen „Happy Reformation Day“ (es ist der 30.Oktober). Dass uns zum Reformationstag gratuliert wird, ist auch noch nicht so oft vorgekommen.

Der religionsbewanderte Mensch ist sehr redselig und nach vielem Hin und Her wissen wir einiges über sein Leben und auch, dass er Gravelbike fährt. Da fragen wir ihn doch nach einer guten Route Richtung Dubrovnik. Er ist gerne behilflich und prompt haben wir seinen Vorschlag auf dem Navi. Nicht entlang der Küste (zu viele Autos), sondern quer über die Berge (wenig Autos, tolle Sicht) da gibt es sogar einen alten Tunnel, der Fahrradfahren 200 Höhenmeter spart. Na gut, denken wir, eigentlich sind wir ja nicht so für die Steigungen. Aber wir probieren das, auch wenn unsere Räder nicht für die Berge gemacht sind und wir noch das ganze Gepäckgewicht haben. Wenn es zu doof wird, drehen wir eben um, rollen den Berg runter und nehmen doch die Küstenstraße…

Also los! Es ist anstrengend und schweißtreibend! Aber die Sicht auf das Meer und die Berge ist umwerfend. Nein, wir drehen nicht um. Diese Aussichten machen süchtig! Kleine verträumt wirkende Dörfer, Olivenbäume, wilder Salbei und Rosmarin, Granatapfelbäume und immer wieder neue Aussichten auf Berge und Täler.

Zwischendurch stoßen wir auf eher ungewohnte Verkehrsteilnehmer, wie Kühe und Pferde.

Nach drei Tagen, vielen Höhenmetern und unzähligen Aahs und Ooohs und Auas, landen wir in Kotor. Die Stadt liegt an einem Fjord am Mittelmeer, direkt dahinter erheben sich die Berge, die wir in einer laaaaaangen Abfahrt herunterrollen können.

Wir schlendern durch das Städtchen und staunen über die Atmosphäre: hinter einer intakten Stadtmauer gibt es nette und verwinkelte Straßen, verschachtelte Häuser und wahnwitzig viele Kirchlein. Selbstredend gibt es auch viele Cafés und Eisdielen. Unsere Unterkunft liegt zufällig direkt über einer Bäckerei. Was will Frau mehr?

7 Kommentare zu „Montenegro 2

  1. Das Höhenprofil macht mich sprachlos. Von sealevel auf über 1000 m, Puh! Da wäre ich gestorben! Alter Schwede! … äh Montenegriner! Hoffentlich könnt Ihr in Bella Italia noch ein paar entspannte Tage verbringen! Freue mich schon auf ein baldiges Wiedersehen! Gute Fahrt weiterhin!

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  2. Wie wunderschön! Einige der Aussichten erinnern mich sehr an Sardinien. Ich bin immernoch fassungslos, wie ihr über Stock und Stein (die „Steine“ in Montenegro sind aber auch groß…) radelt und bewundere euch sehr. Kleiner Hinweis von mir: Die „Kühe“ sind wirklich Kühe, die „Pferde“ sind jedoch ziemlich sicher Maulesel. 😉

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  3. WOW !! Jetzt könnt Ihr beiden bestimmt nachvollziehen, warum es mich auf meinem MOUNTAIN-Bike immer wieder
    in die Berge zieht. Mit einem BIO-Bike ist das ja überhaupt kein Problem – aber wie man das alles mit einem E-Bike schafft, ist mir echt’n Rätsel… 😉

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