Italien 2

Unsere Annahme, dass es in Italien gefährlich sei mit dem Fahrrad zu fahren, wird sehr schnell widerlegt. Uns wird seitens der motorisierten Verkehrsteilnehmer*innen in der Regel sehr viel Achtung entgegengebracht. Dies wird mit Hupen kundgetan: entweder von weit weg, um anzukündigen, dass sich hinter uns ein Auto nähert, oder auf gleicher Höhe mit uns, um Zustimmung und Bewunderung zu signalisieren, gerne auch mit Winken oder Daumen hoch. Alle sind uns gegenüber sehr rücksichtsvoll. Schön!

Wir sind im Salento, der südlichsten Region in Italiens Stiefelabsatz und dort sind sehr viel Olivenhaine vertrocknet und tot (oder sehen in unseren ungebildeten Augen so aus). Viele Haine sind verwaist, oder bis auf den Stock zurückgeschnitten, neue Plantagen sind angelegt, aber immer wieder kommen wir an verbrannten Baumruinen vorbei. Manche davon sehen sehr pittoresk aus, wie Kunstwerke ragen sie in die Landschaft. Hier in der Gegend grassiert ein Bakterium mit Namen Xylella Fastidiosa (Feuerbakterium), welches die Bäume befällt und abtötet. Das Verbrennen der Äste und Blätter soll die Verbreitung verhindern, aber bei zu zögerlichem Vorgehen, bilden sich immer neue Subspezies, die resistent sind. Alles was wir dazu an Informationen im Netz finden liest sich wie die Beschreibung der Bekämpfung eines derzeit prominenten Virus. Die Parallelen sind beklemmend.

Italien kann auch nass! Wir geraten in ordentliche Schauer hinein. Da der Regen nicht so kalt ist, es sind immer noch 18 Grad, fährt es sich zwar nass, aber lustig. Das Regenwasser pladdert hier wild auf die Straße, es gibt keine Kanalisation, die es von den Regenrinnen der Häuser aufnimmt und, schwups, bilden sich riesige Pfützen und Seen. Ein Fest für Kathrin, Ben muss mit seinem Motor etwas aufpassen, damit dieser nicht nass wird.

Wir fahren entlang der ionischen Küste. Das Meer sieht toll aus, auch im Regen sind die Farben vielfältig und faszinierend. Der Wind sorgt für Wellen und Gischt, was uns gut gefällt. Auf den Straßen ist wenig los, weshalb wir sehr schön an der Küstenstraße fahren können. Im Sommer ist das wahrscheinlich anders. Allerdings bedeutet das auch, dass die meisten der Ortschaften wir Geisterstädte wirken. Alle Bars, Cafés, Geschäfte und sogar die Apotheken sind geschlossen. Selbst die allseits beliebten Kaufautomaten sind leergeräumt. Es ist komisch, an all den verrammelten Häusern vorbei zu fahren. Einzig und allein ein paar Angler sind zu sehen und immer mal wieder eine Schafherde….

3 Kommentare zu „Italien 2

  1. Es tut soooo gut, eure tollen Berichte zu lesen! Es fällt hier momentan schwer, bei all den negativen Realitäten, Informationen, Reaktionen etc. um die aktuelle Pandemielage eine entspannte und positive Einstellung im Alltag zu erhalten! Würde jetzt auch gerne aus Corona rausradeln! Freue mich auf Italien 3 und hoffe ihr habt weiterhin
    igSaR

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