Frankreich 1

Wir nehmen den Zug von Italien entlang der Küste nach Marseille. Es ist voll! Sitzplätze gibt es auch nicht mehr. Gut, dass Ben immer gewappnet ist und seinen eigenen Sitzplatz stets mit sich führt. Im Zug stehen die Menschen dicht an dicht, außerhalb des Zuges machen es die Häuser genauso. Ab und zu können wir einen Blick auf die Küste, das Meer oder einen Berg erhaschen. Ansonsten sehen wir nur Häuser und die Menschen um uns herum. Das ist also die viel berühmte Côte d‘Azur?

In Marseille angekommen, ist der erste Eindruck genauso: alles ist voll, ein Häusermeer. Der Bahnhof in Marseille liegt erhöht, weshalb man, wenn man ankommt, einen tollen Blick über die Stadt hat, direkt auf den Dom. Aber lange hält uns die Aussicht nicht, wir schmeißen uns auf die Räder und in den Verkehrswahnsinn. Ruppig ist es, laut und rücksichtslos. Jeder versucht noch schnell die beste Lücke für sich zu erwischen, das Gedränge ist groß und gefährlich. Wir sehen zu, dass wir schnell hier wegkommen.

Wir sind in Frankreich! Alles ist wieder mal neu und anders: das Brot und der Kaffee schmecken anders, wie man in den Bars und Cafés bestellt und bezahlt ist anders und natürlich ist die Sprache anders. Mit unserem Italienisch ist jetzt Schluß! Ganz schnell kramen wir unsere Französischbrocken hervor und bekommen einen babylonischen Knoten im Hirn. Es gibt noch immer keine Zimtschnecken, aber dafür andere Köstlichkeiten durch die wir uns in der nächsten Zeit durchprobieren werden.

Von Marseille aus machen wir aus auf den Weg zur Mündung der Rhône ins Mittelmeer. Das ist bei Port-Saint-Louis-de-Rhône der Fall. Zugleich ist das aber auch schon die Carmargue und dort gibt es bekanntlich Wildpferde. Selbst auf dem Campingplatz laufen die Pferde wild herum. Allerdings sind es in diesem Fall ausgebüxte Pferde und sie werden schnell wieder eingefangen…

Und dann geht es los: wir fahren die Rhône entlang, von der Mündung am Mittelmeer hinauf, Richtung Norden. Wir sind im Radtourismus angekommen: die Radwege sind ausgeschildert (und zwar sichtbar an den richtigen Stellen), es sind sehr wenig Autos auf den Abschnitten unterwegs, die Wege sind gut gepflegt. Die Sonne scheint und wir haben Rückenwind (ja, ja, dafür kann der Radweg nichts, das ist klar….) Nach den vielen Irrungen und Wirrungen, die wir mit der Navigation bereits hatten: Wegen, die im Nichts enden, Schlaglöchern, Rumpelwegen, biestigen Anstiegen aus dem Nichts heraus, etc. genießen wir dieses Rundumsorglospaket gerade ganz besonders. Naja, ein paar lustige Hindernisse gibt es immer noch, aber die können wir locker meistern.

Meist sind die Strecken autofrei, oder zumindest nur sehr wenig befahren. Wir werden an schönen Orten vorbeigeleitet und über spannende Brücken geführt. Vorbei an Weinfeldern, Auen, riesigen Bäumen, immer wieder spannend.

Da der Radweg so gut ausgebaut, beschildert ist und zudem auch noch flach ist, verwundert es wenig, dass er von vielen Radreisenden befahren wird. An jedem Café, an dem wir halten, sind meist schon andere RadfahrerInnen und man kann sich über das woher und wohin austauschen. Kathrin nennt es das „Treffen der Ortliebtaschen“, die Taschenmarke, mit der auch wir unterwegs sind und die auch von vielen anderen Radlern geschätzt wird.

3 Kommentare zu „Frankreich 1

  1. Hey ihr zwei, schön dass wir heute eure Bekanntschaft machen durften und mit euch Lyon genießen konnten.

    Wie bereits erwähnt: wenn Ihr in Bruchsal mal einen Unterschlupf benötigt, meldet euch einfach.

    (Da ich nicht gesehen habe wie man eine direkte Nachricht an euch schicken kann, anbei die Mailadresse: Andi.boeser(at)web(.)de. Den Rest schicke ich gerne an ich weiß wohin 😀)

    Weiterhin gute Fahrt und viele tolle Erlebnisse!

    Carina & Andi

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    1. Das können wir nur so zurückgeben! Habt weiterhin eine schöne Zeit, immer genug Luft im Reifen und tolle Motive vor der Linse.
      Wir freuen uns auf ein Treffen in Bruchsal oder Dortmund😃

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  2. Die Via Rhona ist schon ein toller Radweg. Bin diesen mal von der Schweizer Grenze bis Lyon gefahren. (der Ruhrschnellradweg Prestigeprojekt von NRW braucht noch 10 Jahre, Dortmund hat schon einen Kilometer hinbekommen.. Also genießt die Via Rhona.

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