Frankreich 4

Baguette ist in Frankreich ja das Brot schlechthin. Wir staunen nicht schlecht, als wir an einem Baguetteautomaten vorbeikommen. Natürlich probieren wir das aus und es klappt prima, allerdings ist es auch etwas lieblos, wenn das Baguette mit einem Klonk in den Auswurfschacht fällt. Es schmeckt, wie es schmecken soll und in den klitzekleinen Gemeinden finden wir diese Automaten häufig. Das ist zwar praktisch, aber wir vermissen doch die kleinen Boulangerien, deren Fehlen solche Maschinen notwendig macht.

Wir sausen die Loire entlang bei bestem Wetter. Es ist warm, wir können im T-Shirt fahren, der Wind bläst gar nicht, oder ein wenig von hinten: es ist ein Vergnügen, so vor sich hin zu radeln, ohne sich um Verkehr und Navigation kümmern zu müssen. So kommt es, dass wir an all den großen Attraktionen der Loire vorbeidüsen. (Bis auf einen Leonardo da Vinci Park) Die Schlösser sind bestimmt toll und die Gärten auch … aber so dahinzufahren ist auch mal ein schönes Gefühl und deshalb machen wir das jetzt. Die Landschaft ist sowieso die Wucht und wir haben nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Wir genießen unsere Picknicks im Schatten fernab des großen Rummels.

Warum Monet so viele Mohnfelder gemalt hat? Es wimmelt hier nur so davon. Überall sind Weizenfelder in denen sich der Mohn mischt, oder Wiesen, die nur aus Mohn zu bestehen scheinen. Wir können das nicht malen, aber fotografieren!

Wir sind immer sehr gespannt auf ein neues Land und seine Friedhöfe. Hier, in Frankreich, sehen wir Friedhöfe, bei denen die Gräber mit schweren Steinplatten komplett abgedeckt sind. Oben drauf werden dann weniger Blumen, sondern noch mehr Steintafeln gestellt. Das ist eigentlich recht praktisch, man muss nicht so häufig erneuern, Steintafeln welken nicht so schnell dahin. Allerdings sieht es dadurch auch ziemlich trist aus.

Wir sind nicht mehr in der Nebensaison unterwegs. Die Campingplätze werden voller und voller. Mit unserem Zelt brauchen wir keine Sorge zu haben, dass wir keinen Platz bekommen, ein kleines Fleckchen findet sich immer. Allerdings fühlen wir uns ein wenig wie die letzten ihrer Art, denn meist sind wir das einzige Zelt und stehen umgeben von Wohnmobilen. Aber so sind wir mit unseren Rädern auch eine kleine Attraktion und werden schnell in Gespräche verwickelt. Unsere Musik können wir so aber nicht unbemerkt proben. Wenn wir üben, kommt schnell jemand aus der Hecke gesprungen und fragt ob er filmen darf. Aus den anderen Campern kommt Applaus und – schwups – schon gibt es wieder viele schöne Begegnungen und Gespräche mit Reisetipps, Erzählungen und selbstgemachtem Schnaps.

4 Kommentare zu „Frankreich 4

  1. Manchmal denke ich, diese wunderschöne Reise sollte noch ewig so weitergehen.
    Es ist herrlich, auch, wenn man „nur“ in Bild und Wort dabei sein kann!
    Also bitte weiter so, ihr zwei Lieben!

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  2. Ist das schön, und der Mohn in den Getreidefeldern weckt Kindheitserinnerungen! Ich fahre in Gedanken alles mit, wenn ich die Bilder betrachte. Habt es weiter so schön🎻🎵😘

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  3. Euer Reisebericht weckt mal wieder soooo viele Sehnsüchte. Eure unkomplizierten, plastischen Beschreibungen laden wirklich zum Mitreisen/Mitträumen ein. Danke euch beiden! ❤

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