Wir lassen Danzig hinter uns fahren weiter entlang der Küste, immer Richtung Westen durch einen ständigen Mix aus Rummelplatz mit vielen Menschen, ruhigen Abschnitten mit Mini-Dörfern, Waldgebieten und Seen. Es ist eine ziemliche Wundertüte, weil wir nicht wissen, was hinter der nächsten Kurve kommen wird. Mit den Straßenbelägen ist es ähnlich: es gibt glatten Asphalt, Sand, Schotter, Waldwege und Huckelpisten. Wahlweise mit Längs- und Querrillen.









Je weiter wir nach Westen kommen, um so besser ist der Weg markiert und ausgebaut. Zwischendurch können wir kilometerlang auf gepflasterten Wegen fahren. Auch die Dichte an Radfahrern nimmt zu. Es kommen uns sehr viele Leute entgegen, die die richtige Wahl getroffen haben: sie fahren von West nach Ost, also mit Rückenwind. Wir nicht und folglicn müssen wir uns immer wieder ordentlich in den Wind stemmen, um vorwärts zu kommen.
Störche haben uns seit Beginn der Reise begleitet. Vor drei Wochen saßen die Kleinen noch ziemlich versteckt, nun sind sie groß und stehen gut sichtbar in den Nestern und üben ihre Flügel. Mal sehen, wann es losgeht und ob wir sie beim Abflug sehen werden.




Wir durchqueren den Slowinski-Nationalpark, eine Wohltat, denn es ist heiß und unter den Bäumen ist die Luft angenehm kühl. Es lässt sich gut aushalten, auch die Tatsache, dass wir komplett die Route verlieren, einmal im Kreis fahren und der Weg kaum als solcher zu bezeichnen ist, wirft uns nicht aus der Bahn. Als wir endlich wieder die richtige Sand-Route gefunden haben queren etwas vor uns zwei Wölfe den Weg. Wir nehmen zumindest an, dass es Wölfe sind, denn alle anderen Tiere, die es hier in diesem Park gibt, passen nicht ins Bild. Ganz sicher sind wir uns nicht, aber aufregend finden wir es jedenfalls. Bei der Recherche, ob es tatsächlich Wölfe gewesen sein können, finden wir unter anderen auch diesen interessanten Artikel.
Nach der Wolfssichtung und dem Kreisfahren landen wir auf einem abgelegenen Campingplatz. Dort stehen Wagen und Zelte der Freiwilligen Feuerwehr Berlin. Es ist ein Ferienaustausch mit den Kindern der hiesigen Feuerwehr. Wir kommen mit den Betreuern ins Gespräch, dürfen uns über die Reste des Abendessens hermachen und finden Würstchen mit Kartoffelsalat ganz großartig! Zum Dank spielen wir noch ein paar von unseren Liedern und auch, wenn wir nicht alle polnisch oder deutsch können, klappt die Verständigung bestens und wir verbringen einen schönen Abend. Außerdem erfahren wir, wie das Zeichen für den Bevölkerungsschutz aussieht. Das kannten wir bislang nicht, nun sind wir ein wenig schlauer.


https://roter-kreis.de/Zivilschutzzeichen
Und so radeln wir immer weiter an der Küste entlang bis zur polnisch-deutschen Grenze. Ab da nehmen wir den Zug, bzw. viele Züge und fahren nach Bünde, zu Kathrins Eltern und dann nach Dortmund. Gerade noch passend, dass wir Bilge sehen können. Eine liebe Freundin aus der Türkei, die für drei Wochen bei uns in Dortmund war. Jona hat sie gut versorgt und nun können wir sie noch kurz sehen und verabschieden.

















































































































































































